Alles, was du wissen musst

Hybride Wärme – einfach erklärt

Du bist hier:

Hydraulik und Sicherheit im Hybridsystem

Ein hybrides Heizsystem besteht oft aus mehreren Wärmeerzeugern – zum Beispiel Wärmepumpe, Solarthermie oder einem (wasserführenden) Ofen. Damit diese Komponenten zuverlässig zusammenarbeiten, braucht es mehr als nur die Geräte selbst: Hydraulik und Sicherheitskomponenten sorgen dafür, dass Wärme richtig verteilt wird, Temperaturen passen und der Betrieb dauerhaft sicher bleibt.

Viele Wärmeerzeuger speisen ihre Energie in den Wärmespeicher ein.

Was Hydraulik macht #

In einem Hybridsystem arbeiten mehrere Wärmequellen zusammen – und jede hat ihre eigenen „Stärken“ und Betriebsbedingungen. Damit das System effizient und störungsfrei läuft, muss die Hydraulik drei Dinge sicherstellen:

  1. Wärme richtig verteilen
    Die erzeugte Wärme muss zuverlässig an Heizung und Warmwasser gelangen – und zwar genau in der Menge und Temperatur, die gerade gebraucht wird. 

  2. Wärmeerzeuger voneinander entkoppeln
    Damit sich Geräte nicht gegenseitig „stören“ (z. B. durch unterschiedliche Volumenströme oder Temperaturanforderungen), sorgt die Hydraulik für klare Wege und einen stabilen Betrieb.

  3. Temperaturen passend regeln
    Einige Systeme brauchen niedrige Vorlauftemperaturen (z. B. Wärmepumpe), andere arbeiten mit höheren Temperaturen. Mischer, Pumpengruppen und Regelungstechnik helfen, dass jeder Teil im richtigen Bereich arbeitet.

  4. Sicheren Betrieb gewährleisten
    Sicherheitskomponenten schützen Anlage und Gebäude – zum Beispiel vor zu hohem Druck, Überhitzung oder ungünstigen Rücklauftemperaturen.

Die wichtigsten Komponenten im Überblick #

Je nach Hybridsystem unterscheiden sich Details – bestimmte Bauteile tauchen aber sehr häufig auf, weil sie den sicheren und effizienten Betrieb überhaupt erst ermöglichen.

Wärmeerzeuger mit Wasseranbindung #

Wasserführende Wärmeerzeuger geben ihre Wärme ganz oder Teilweise direkt an den Heizwasserkreislauf ab. Wärmeerzeuger sind Wärmepumpen, Solarthermie-Anlagen, Biomassekessel, Kamin- und Pelletöfen.  

Wärmespeicher #

Der Wärmespeicher ist das „Herz“ des Hybriden Systems. In ihm laufen alle Wärmeerzeuger zusammen. Von dort wird die Wärme im Heizkreis verteilt oder an die Trinkwassererwärmung weitergegeben. Aber auch eine Speicherung der Wärme ist möglich, um sie genau dann abzugeben, wenn sie benötigt wird. Es gibt verschiedene Arten von Wärmespeicher (Pufferspeicher, Schichtspeicher, Kombispeicher).  

Umwälzpumpe / Pumpengruppe #

Damit Wärme vom Wärmeerzeuger zum Heizkreis oder in den Speicher gelangt, werden Umwälzpumpen eingesetzt. In Hybridsystemen sind Pumpen oft als Pumpengruppen verbaut – je nach Aufbau z. B. für Lade- und Heizkreise. Sie stellen den nötigen Volumenstrom bereit und sorgen dafür, dass Wärme zuverlässig und bedarfsgerecht transportiert wird.

Systemregelung #

Die Systemregelung ist das „Gehirn“ eines Hybriden Hydrauliksystems. Sie steuert verschiedene Ventile, um das Wasser den entsprechenden Wärmeerzeugern zuzuführen. Zusätzlich kann sie in einem intelligenten System, einige Wärmeerzeuger selbst steuern, Beispielsweise eine Wärmepumpe oder einen Biomassekessel. Dabei kann die smarte Systemregelung auf Wetter- und Temperaturdaten zugreifen. Sie entscheidet dabei anhand von Faktoren wie Umweltfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit und/oder Effizienz, welcher Wärmeerzeuger zu- oder abgeschaltet wird. 

(Thermische) Rücklaufanhebung #

Wasserführende Kamin- und Pelletofen, sowie Biomassekessel-Systeme müssen unbedingt eine (thermische) Rücklaufanhebung besitzen. Bei der Verbrennung von Biomasse (Holz/Pellets) entstehen Abgase. Ist nun die Temperatur des zu erwärmenden Wassers unter ca. 55°C kondensieren diese Gase und verrußen so die Abgaswege des Biomassekessels, Kamin- oder Pelletofens. Die Rücklaufanhebung sorgt dafür, dass bereits temperiertes Wasser in den Zulauf gespeist wird um so die Temperatur im Wärmetauscher auf etwa 55°C zu steigern.    

Sicherheit #

In hybriden Heizsystemen ist Sicherheit nicht „extra“, sondern Teil der Grundplanung. Gerade wenn Feuerstätten oder mehrere Wärmeerzeuger zusammenarbeiten, müssen bestimmte Schutzfunktionen und Rahmenbedingungen erfüllt sein. Entscheidend ist: Die Anlage muss auch in Ausnahmesituationen sicher bleiben – zum Beispiel bei Stromausfall, Überhitzung oder ungünstigen Betriebszuständen.

Thermische Ablaufsicherung (TAS) #

Ein wichtiges Sicherheitsbauteil bei wasserführenden Öfen ist die thermische Ablaufsicherung (TAS). Sie schützt vor Überhitzung: Wenn die Heizwassertemperatur zu hoch wird (90-95°C), wird Kaltwasser in den Kreislauf eingespeist. So wird verhindert, dass das Wasser im System und Pufferspeicher zu kochen beginnt und Schäden im Hydrauliksystem werden verhindert.
Die Installation einer TAS ist gesetzlich vorgeschrieben. 

Membranausdehnungsgefäß & Sicherheitsventile #

Da sich Wasser beim Erhitzen ausdehnt muss im Heizkreislauf Platz für sich ausdehnendes Wasser geschaffen werden. Wird dies nur über das Sicherheitsventil gesteuert, kann beim Abkühlen des Wassers Luft in den Heizkreis gelangen. Das mit Stickstoff gefüllte Membranausdehnungsgefäß verhindert dies. Bis zum Ansprechen der Thermischen Ablaufsicherung (TSA), die kühle Wasser in den Kreislauf gibt, kann sich das Wasser im Heizkreis erhitzen, ohne dass das Sicherheitsventil anspricht oder es zu Schäden im Kreislauf kommt.

Das Sicherheitsventil spricht dann an, wenn der Druck im Kreislauf weiter steigt, um das System vor überdruck und dadurch entstehende Schäden zu schützen.

Fachgerechte Planung #

Welche Sicherheitskomponenten im Detail erforderlich sind, hängt vom Systemaufbau ab. Deshalb sollte die Auslegung immer durch den Fachbetrieb erfolgen – so passt das Zusammenspiel aus Wärmeerzeugern, Hydraulik und Schutzfunktionen zum Gebäude.

Wer plant was? #

Hydraulik und Sicherheit im Hybridsystem sollten immer als Gesamtkonzept betrachtet werden. Welche Komponenten sinnvoll sind und wie sie zusammenarbeiten, hängt unter anderem von Gebäude, Wärmeerzeugern, Wärmeverteilung und Warmwasserbereitung ab. Deshalb gilt: Die konkrete Planung, Auslegung und Einstellung gehört in die Hände eines Fachbetriebs (und – je nach System – in Abstimmung mit dem Schornsteinfeger).

War dieser Artikel hilfreich?

Wonach suchst du?

Gib einen Begriff, einen Produktnamen oder die Artikelnummer ein.